„Wow, was bist du denn für ein Hochbegabter! Oxford-Studium schon hinter dir mit 23! Beneidenswert! Welch Intelligenz!“
Ich erlaube mir es, kurz in der Verehrung zu baden, in diesen großen, bewundernden Augen. Und dann - weil alles andere unehrlich wäre – kläre ich meine Gesprächspartnerin auf.
„Naja, es ist so, dass wir in Großbritannien sowieso nur 12 Jahre zur Schule gehen und dann außerdem keinen Wehrdienst haben. Die Regelstudienzeit wird übrigens von der Uni auch schon mal vorgegeben: Also weiß man schon von vornherein, dass das Studium 3, maximal 4 Jahre dauert. Da muss man sich nicht sonderlich anstrengen, um schnell fertig zu werden.“
Der vergötternde Blick schmilzt weg und wird durch ein etwas kritischeres Antlitz ersetzt.
„Aber, äh, ja: Ich war immerhin an der Uni Oxford.“
Also, das war es dann. Noch eine Chance vergeigt, meinen etwas einzigartigen Lebenslauf auszunutzen. Das Mädel macht auf dem Absatz kehrt und sucht das Weite.
Wenn ich bloß nicht immer diese journalistische Verpflichtung zur Wahrheit spüren würde.

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