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Lost in Deutschland: #41 Solewasser

Als Kind in England fand ich es immer super witzig, dass es einen Ort gab, der „Bath“ hieß. Ich wurde nämlich jeden Abend von meiner Mutter zu „Bathtime“ gerufen. Wir wohnten damals in einer Sozialwohnung: Im Thatcher’schen Großbritannien waren sie noch sehr schlecht ausgestattet. Dusche? Gab’s nicht. Nur baden konnte man.

In Deutschland hingegen habe ich noch nie eine Wohnung ohne Dusche gesehen. Dafür viele ohne Bad. Aber in warmem Wasser völlig abtauchen ist doch eine schöne Sache. Darum tragen viele Städte hier gerne das Prädikat „Bad“. Manch eine Stadt sogar zu gerne: Baden Baden, zum Beispiel.

Naja, wobei Bath in England eigentlich Bath Spa heißt, auch so eine Tautologie: Das heißt nämlich soviel wie „Bad Kurort“. Was allerdings in Ordnung ist, weil in ganz England nur in Bath eine Warmwasserquelle ist.

In Deutschland gibt es hingegen Bad Homburg, Bad Helmstedt, und Bad Kreuznach, Bad Dieses und Bad Jenes, Bad Oldesloe und Bad Faulenbach, wo zu hoffen bleibt, dass nur das Wort „Bad“ etwas über die Qualität der Wässer aussagt – „Bad“ im Deutschen übrigens und nicht „bad“ im Englischen, versteht sich.

Aber nach einem Namen sollte man ohnehin nicht beurteilen .Nach Äußerlichkeiten generell nicht. Im Großbritannien der 50er Jahre z. B. wurde noch in offiziellen Berichten geschrieben, es nutze nichts, Bäder in neuen Wohnungen zu installieren: „Die Mieter würden die eh’ nur zur Kohleaufbewahrung benutzen“.

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