Armut als Folge der Wirtschaftskrise
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Berlin (ddp). Angesichts der Weltwirtschaftskrise warnen die Kirchen vor einem drastischen Anstieg der Armut und fordern mehr gesellschaftliche Solidarität. Derweil rief Bundespräsident Horst Köhler die Deutschen in seiner Weihnachtsansprache zu mehr Zuversicht angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise auf.
«Wir haben ein gutes Fundament. Die Reformen der vergangenen Jahre und die neue Bereitschaft zum Miteinander in den Betrieben haben uns gestärkt für die Aufgaben, die vor uns liegen», sagte Köhler in seiner Ansprache. Deutschland habe gut ausgebildete und motivierte Arbeitnehmer, ideenreiche und mutige Unternehmer sowie Millionen Bürger, die sich engagierten. «Das kann uns allen Mut machen», betonte Köhler. Er bescheinigte Bürgern und Politik, in der Krise «klug und besonnen» agiert zu haben. «Darauf können wir auch in Zukunft bauen», sagte Köhler.
Das Erwerbslosen Forum Deutschland erklärte, «Hartz IV» sei «kein Anlass zur Zuversicht». Die Bundesregierung müsse sich ernsthaft mit der Armut im Land auseinandersetzen. Gerade Weihnachten zeige, wie groß die Not bei den Betroffenen sei.
Bischof Wolfgang Huber rief in seiner Weihnachtspredigt zur Solidarität mit den Armen auf. «Meine Sorge gilt ganz besonders denen, die in wachsender Zahl an den Türen der Suppenküchen warten, die auf eine Mahlzeit bei der Armentafel hoffen, weil sie sich anderes schlicht nicht leisten können. Vor allem Kinder gehören in einem beängstigend hohen Maß dazu», sagte der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im Berliner Dom. Dass ´Verzocken´ zu einem der Unworte dieses Jahres gewählt worden sei, zeige, «von welcher Denkweise wir uns abwenden müssen».
Die Hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann sagte, vielleicht sei die Krise eine gute Gelegenheit, Prioritäten neu zu setzen: Statt Gier und Schnäppchenmentalität könnten sich die Bürger wieder mehr auf Werte wie Solidarität und Gemeinschaft besinnen. Die Maßnahmen zur Überwindung der Krise begrüßte sie. Allerdings erzeugten «Milliardenschutzschirme für Banken» bei ihr auch ein gewisses Unbehagen. «Woher kommt dieses Geld? Wäre es nicht auch in der Pflege, in der Aufstockung von ´Hartz IV´, bei Familien gut angebracht?», fragte die Landesbischöfin.
Der Kölner Erzbischof, Kardinal Joachim Meisner, rügte die fehlende Moral vieler Banker und bekannte, lediglich ein Bankkonto mit einem vierstelligen Betrag zu haben. «Ich habe eine große Familie und so viele Leute, denen ich helfen muss. Da schenke ich das Geld weg.»
Der Darmstädter Sozialwissenschaftler Walter Hanesch gab zu bedenken, dass sich die erwartete Zunahme der Arbeitslosigkeit auch auf die soziale Lage vieler Kinder auswirke. «Schon heute lebt in Deutschland etwa jedes vierte Kind unterhalb der Armutsgrenze - und das, obwohl Politiker aller Parteien sich in der Theorie darin einig sind, dass eine solche Situation untragbar ist.»
Das Kinderhilfswerk UNICEF rief dazu auf, den Kampf gegen Armut international zu verstärken. Deutschland habe die Möglichkeit, die Auswirkungen der Finanzkrise abzufangen. «Wenn aber eine Näherin in Bangladesch ihren Job verliert, stehen sie und ihre Familie vor dem Nichts», betonte der UNICEF-Vorsitzende Jürgen Heraeus.
Berlin (ddp). Durch die Weltwirtschafts-Krise warnen die Kirchen vor einem starken Anstieg der Armut. Sie fordern mehr gesellschaftliche Gemeinschaft. Inzwischen hat Bundespräsident Horst Köhler die Deutschen in seiner Weihnachts-Ansprache zu mehr Zuversicht angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise aufgerufen.
«Wir haben eine gute Grundlage. Die Reformen der vergangenen Jahre und die neue Bereitschaft zum Miteinander in den Betrieben haben uns gestärkt für die Aufgaben, die vor uns liegen». Das sagte Köhler in seiner Ansprache. Deutschland hat gut ausgebildete und motivierte Arbeitnehmer, ideenreiche und mutige Unternehmer sowie Millionen Bürger, die sich engagierten. «Das kann uns allen Mut machen», sagte Köhler. Er sagte den Bürgern und Politik, in der Krise «klug und besonnen» gehandelt zu haben. «Darauf können wir auch in Zukunft bauen», sagte Köhler.
Das Erwerbslosen Forum Deutschland erklärte, «Hartz IV» ist «kein Anlass zur Zuversicht». Die Bundes-Regierung muss sich ernsthaft mit der Armut im Land auseinandersetzen. Gerade Weihnachten zeigt, wie groß die Not bei den Betroffenen ist.
Bischof Wolfgang Huber rief in seiner Weihnachtspredigt zur Gemeinschaft mit den Armen auf. «Meine Sorge gilt ganz besonders denen, die in wachsender Zahl an den Türen der Suppenküchen warten, die auf eine Mahlzeit bei der Armentafel hoffen, weil sie sich anderes schlicht nicht leisten können. Vor allem Kinder gehören in einem beängstigend hohen Maß dazu». Das sagte der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im Berliner Dom. In diesem Jahr wurde das Wort ´Verzocken´ wurde zu einem der Unworte dieses Jahres gewählt. Es zeigt, «von welcher Denkweise wir uns abwenden müssen».
Die Hannoversche Landes-Bischöfin Margot Käßmann sagte, vielleicht ist die Krise eine gute Gelegenheit, Prioritäten neu zu setzen: Statt Gier und Schnäppchen-Denkweise können sich die Bürger wieder mehr auf Werte wie Gemeinschaft besinnen. Die Maßnahmen zur Überwindung der Krise begrüßt sie. Allerdings erzeugten «Milliarden-Schutzschirme für Banken» bei ihr auch ein gewisses Unzufriedenheit. «Woher kommt dieses Geld? Wäre es nicht auch in der Pflege, in der Aufstockung von ´Hartz IV´, bei Familien gut angebracht?», fragte die Landes-Bischöfin.
Der Kölner Erzbischof, Kardinal Joachim Meisner, kritisierte die fehlende Moral vieler Banker. Er selber hat nur ein Bank-Konto mit einem vierstelligen Betrag. «Ich habe eine große Familie und so viele Leute, denen ich helfen muss. Da schenke ich das Geld weg.»
Der Darmstädter Sozialwissenschaftler Walter Hanesch gab zu bedenken, dass sich die erwartete Zunahme der Arbeitslosigkeit auch auf die soziale Lage vieler Kinder auswirkt. «Schon heute lebt in Deutschland etwa jedes vierte Kind unterhalb der Armutsgrenze - und das, obwohl Politiker aller Parteien sich in der Theorie darin einig sind, dass eine solche Situation untragbar ist.»
Das Kinder-Hilfswerk UNICEF rief dazu auf, den Kampf gegen Armut international zu verstärken. Deutschland hat die Möglichkeit, die Auswirkungen der Finanz-Krise abzufangen. «Wenn aber eine Näherin in Bangladesch ihren Job verliert, stehen sie und ihre Familie vor dem Nichts», sagte der UNICEF-Vorsitzende Jürgen Heraeus.
(ddp)












